Leseprobe - Kap. VIII

Gregorr starrte in die Flammen und begann langsam zu sprechen: „Wenn der Alte einen guten Kern besitzt und dennoch mit Martocs Heerscharen in den Krieg zieht, so muss dies einen tieferen Grund haben.“

Aldrian fügte hinzu:

„Wir müssen dem Alten die Wahrheit berichten! Wir müssen ihm von den ständigen Plünderungen und Versklavungen erzählen, die durch Martocs Truppen durchgeführt werden. Wir werden dann sehen, ob er auf der Seite des Guten steht. Wir sollten uns mit Waffen und Proviant ausrüsten und für Gregorr ein Pferd besorgen. Morgen in aller Frühe werden wir dann losziehen.“

Alle waren einverstanden und die Vorbereitungen wurden getroffen. Aldrian dachte noch lange über das Gespräch nach und er war sich sicher, dass um den Alten ein Geheimnis war. Es war ein Widerspruch in sich, dass er auf der einen Seite wahrheitsliebend und freundlich war und andererseits Martoc mit seinen seelenlosen Kriegern in der Schlacht diente. Aldrian spürte tief in seinem Innersten, dass er bei dem Alten Antworten finden würde. Dennoch war eines sehr wichtig, es musste die reine Wahrheit gesprochen werden. Dass der Alte sehr mächtig und magiebegabt war, konnte Aldrian ohne jeden Zweifel aus Eiborians Geschichte heraushören. Er würde mit Sicherheit jede List sofort erkennen. Doch auch Aldrian selbst war stets für die Wahrheit, auch wenn eine List oftmals hilfreich sein konnte. Sein Onkel Alarion sagte oft: „Sprich stets die Wahrheit, verliere nie den Mut und nutze deinen Verstand. Überliste deine Feinde und schlage sie mit ihren eigenen Waffen!“

All die Weisheiten konnten Aldrian hier dienlich sein. In den letzten Tagen überkam Aldrian oft das starke Gefühl, dass er all sein Wissen nur ansammelte, um in dieser fremden Zeit die unterdrückten Völker in den Frieden zu führen. Er dachte oft an die Legende, dass einst ein König kommen würde, aus einer fernen Zeit, um die unterdrückten Völker zu vereinen. Doch eines schien ihm sicher, er konnte dieser Mann nicht sein, da er nur ein armer junger Mann aus Steppenwald war. Doch wo war dann dieser König? Warum ließ er die Menschen im Stich? Aldrian wusste nur eines mit Sicherheit, er war nun hier und es musste dringend etwas getan werden, mit oder ohne jenem König.

Als die Nacht vorüber war, wurde Aldrian wieder von jener lieblichen Stimme geweckt, die er wohl niemals wieder vergessen würde. „Aldrian, wach auf, deine Freunde warten bereits auf dich“, sprach Alayrah mit sanfter Stimme. Aldrian stellte sich absichtlich weiterhin schlafend, um dieser bezaubernden Stimme zu lauschen. Anstatt der Stimme hörte er jedoch plötzlich das Geräusch von Wasser, das aus einem Eimer geleert wurde und mitten in sein Gesicht traf. Lautes Lachen folgte der Dusche und seine Freunde waren über Alayrahs Morgenwäsche mächtig amüsiert.

Aldrian schüttelte sich und bemerkte: „Ich bin wach meine Freunde, es kann losgehen!“

Wieder folgte schallendes Lachen und auch Aldrian konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„Lasst uns bitte allein“, sprach Alayrah zu Aldrians Freunden.

„Oh diese Liebe“, bemerkte Moonargon mit einem unelbischen Grinsen im Gesicht und verließ mit den anderen die Hütte.

„Ich habe von meinem Vater erfahren, was ihr vorhabt“, äußerte Alayrah nachdenklich. Sie nahm eine geflochtene lederne Kette mit einem funkelnden blauen Stein von ihrem Hals und sprach einige elbische Worte. „Diese Kette soll dich beschützen und euch allen Glück bringen“, bemerkte sie etwas traurig. Sanft legte sie die Kette um Aldrians Hals und strich ihm über das Haar. Aldrian bedankte sich mit einer Umarmung und einem Lächeln, das Alayrahs Herz erglühen ließ.

„Ich danke dir von Herzen. Wir werden aufpassen und vorsichtig sein. Du wirst nicht lange auf meine Rückkehr warten müssen“, tröstete Aldrian mit liebevoller Stimme und voller Überzeugung.

 

 

 

 

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