Teil II - Kap. 23
Alayrah nickte zustimmend. Sie ritten gemeinsam an die Stelle, an der sie zuletzt in das wunderbare Reich der Gimplinge gelangt waren. Aldrian entzündete ein kleines Feuer und sah Alayrah tief in ihre funkelnden Augen. Es wurde eine lange Nacht der Zärtlichkeit und Liebe. Erst zur Mittagszeit des nächsten Tages verließen sie den Wald und ritten nach Grimmlaun zurück.
Alayrah schien verändert und war liebevoller als je zuvor. Ihr Gesicht leuchtete voller Freude. Sie hatte eine Ausstrahlung, die Aldrian sehr sonderbar erschien. Ständig war sie zu Schabernack aufgelegt und verschlang Unmengen an Speisen der verschiedensten Art. Wenn Aldrian sie in den späten Abendstunden nach ihrem Befinden fragte, lächelte sie nur und sprach: „Frag nicht so viel wirres Zeug, bring mir lieber noch etwas zum Abendmahl.“
Aldrian war hilflos und verstand die Welt nicht mehr. Es war nun bereits die sechste Mahlzeit, die Alayrah an diesem Tag vertilgte. Jede Mahlzeit war zudem äußerst reichhaltig und seltsam zusammengestellt. War es etwa eine Krankheit, die Alayrah befallen hatte? Aldrian machte sich ernsthafte Sorgen und brachte Alayrah das von ihr verlangte Abendmahl. Sie lächelte ihn an und stürzte sich regelrecht auf das Essen. Aldrian konnte es nicht länger mit ansehen und suchte Rat bei Alayrahs Eltern. Er schilderte den Tagesablauf, und Alayrahs Eltern hörten zu. Alayrahs Mutter ergriff das Wort: „So, sie lächelt die ganze Zeit und treibt dauernd Schabernack. Du sagst, dass sie Unmengen von den verschiedensten Speisen isst. Nun, dies ist wohl sicher keine Krankheit, die deine Frau befallen hat.“
Aldrian wurde nervös und fragte aufgeregt: „Sagt doch, was fehlt ihr?“
Paraymoon hatte plötzlich ein breites Lächeln im Gesicht und meinte: „Hör zu, mein Schwiegersohn, deine Frau erwartet gewiss ein Kind. Alle Anzeichen sprechen dafür!“ Andarya nickte zustimmend und lächelte.
Aldrian blieb die Luft im Halse stecken und stotternd fragte er: „Ein, ein – Kind? Seid, seid ihr euch da auch sicher?“
Andarya musste nun etwas lachen und sprach: „Ja, es ist sicher. Das ist jedoch kein Grund, die Atmung zu unterbrechen. Sie wird nun viel Liebe und noch mehr zu essen brauchen.“
„Ja, Liebe, sehr viel Liebe! Und, und sehr viel zu essen, ja, ich habe verstanden“, sprach Aldrian etwas verstört und rannte zurück zu seiner Hütte.
Alayrahs Eltern waren überglücklich über diese Nachricht. Dennoch amüsierten sie sich kräftig über Aldrians unsicheres Verhalten.
Aldrian war inzwischen wieder in seiner Hütte und saß Alayrah gegenüber. Er streichelte zärtlich ihre Hand und fragte ständig, ob er ihr noch etwas zu essen bringen sollte. Alayrah wusste natürlich bereits, dass sie ein Kind erwartete. Bei den Elben spürt es jede Frau sofort, wenn ein Kind in ihr heranwächst. Auch ist es bei den Elben nicht so wie bei den Menschenfrauen, die nur für kurze Zeit empfänglich sind. Elbenfrauen können immer dann ein Kind empfangen, wenn ihre Liebe stark genug ist und wenn sie den innigen Wunsch danach verspüren.
„Weißt du, dass ich ein Kind erwarte?“, fragte Alayrah ganz selbstverständlich.
„Ja, deine Eltern haben mir deine Veränderung gedeutet. Es ist ein schönes Gefühl, Vater zu werden. Verzeih mir, wenn ich mich etwas unerfahren verhalte, doch über solche Dinge hat mir selbst Alarion nichts beigebracht“, antwortete Aldrian etwas verlegen.
„Du musst dich nicht schämen. Auch elbische Männer verhalten sich oft sonderbar und unerfahren, wenn sie das erste Mal Vater werden“, sprach Alayrah verständnisvoll.
„Wie lange wird es dauern, bis das Kind geboren wird?“, wollte Aldrian wissen.
„Genau neun Mondzyklen werden vergehen, bis das Kind das Licht der Sonne erblickt. Dies ist bei uns Elbenfrauen genauso wie bei den Menschen und den Zwergen.“
Aldrian lächelte und legte seinen Kopf liebevoll auf Alayrahs Bauch. Alayrah spürte Aldrians Freude und gemeinsam sanken sie in einen langen Schlaf. Am nächsten Morgen wurden sie von Andarya und Paraymoon geweckt. Andarya hatte ein reichliches Frühstück vorbereitet und einen seltsam riechenden Tee. Paraymoon nahm Alayrah und Aldrian gemeinsam in die Arme und auch Andarya war voller Freude.
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