Leseprobe - Kap. XI
„Es kommen viele weitere Gäste! Sie strömen aus allen Himmelsrichtungen heran!“, konnte man Marot von einem der vielen Burgtürme beinahe panisch rufen hören. Marot war ein begnadeter Erfinder und hatte ein optisches Gerät entwickelt, mit dem er weit in die Ferne sehen konnte.
Kurz darauf trafen viele verschiedene Gruppen von Elben, Menschen und Zwergen ein. Viele hatten sich seit langer Zeit nicht mehr gesehen und es folgte eine herzliche Begrüßung.
Fast zu gleicher Zeit trafen auch die Zwerge von Cromlaun und die Elben von Grimmlaun ein. Man begrüßte sich freundlich und setzte sich an die Tische.
Als die Abendstunden des zweiten Tages hereinbrachen, waren alle bekannten Vertreter der erwarteten Sippen und Völker anwesend.
Der Himmel hatte eine glutrote Farbe, was sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit war.
Viele der Eingeladenen brachten Speisen und Getränke mit, und das Treffen hatte für kurze Zeit vielmehr den Anschein einer großen Festlichkeit. Alle unterhielten sich über die letzten Jahre und über den Grund dieses Treffens. Plötzlich trat Randon zur Mitte des Kreises neben das Feuer und hob zum Gruß die Hände. Es wurde still in der Runde und jeder blickte gespannt in Randons Richtung. Randon blickte um die Runde und begann zu sprechen. „Es ist viele Jahre her, als wir uns zuletzt hier trafen. Es gab schon viele wichtige Begebenheiten, die hier besprochen wurden und zu einem guten Ergebnis führten. Doch heute soll hier etwas besprochen und besiegelt werden, das für die Zukunft von all unseren Völkern, von äußerster Wichtigkeit sein wird! Es gibt hier unter uns einen jungen Mann, der erst seit kurzer Zeit hier bei uns lebt. Sein Name lautet Aldrian von Alfengrimm und er kam auf seltsame Weise in unsere Zeit.“
Randon deutete mit seiner Hand auf Aldrian und dieser verneigte sich höflich.
Randon sprach konzentriert weiter. „Er hat es bewegt, dass wir hier und heute alle beieinander sitzen und über ein heiliges Bündnis unserer Völker sprechen können. Er hat hier bereits viele Freundschaften gefunden. Wenn hier jemand etwas über ihn berichten möchte, dann möge er hier in den Kreis treten und zu uns sprechen.“
Zeitgleich standen Paraymoon, Grummlor und noch einige andere auf.
„Nicht alle auf einmal! Beginnen wir mit diesem kräftigen Mann und dann soll die Runde in Richtung des Sonnenlaufes weitergehen“, bemerkte Randon.
Als erster betrat Burwall den Kreis und sprach: „Nun ja, ich weiß nicht ob es von Bedeutung ist, doch Aldrian ist seit vielen Jahren der erste Mann, der meinen Arm beim Drücken besiegen konnte, er ist aus dem richtigen Holz geschnitzt!“
Ein Raunen und Lachen ging kurz durch die Runde und Burwall setzte sich mit etwas beschämten Gesichtsausdruck wieder auf seinen Platz.
Der Nächste in der Runde war Grummlor. Er hatte das Schwert in der Hand, das Aldrian in jener Nacht unter größten Anstrengungen zur meisterlichen Vollendung geschmiedet hatte.
Grummlor begann zu sprechen: „Seht dieses Schwert gut an, es ist nicht etwa das vollendete Meisterstück eines alten Zwerges, nein, es ist eine prachtvolle Arbeit von diesem jungen Mann! In vielen Stunden schweißtreibender Arbeit und unermüdlicher Konzentration hat er es erschaffen und Wodarr genannt. Er hat es mit einem Zauber belegt, der alle Völker in den Frieden führen soll. Noch seltsamer als seine meisterlichen Kenntnisse in der Schmiedekunst ist das Schwert, das er an seinem Leibe trägt. Es ist das Schwert Draglor, das einst unser König Rondgrimm trug, bevor er so wie viele andere in der Schlacht gegen Martocs Heerscharen auf geheimnisvolle Weise verschwand. Es ist ein Rätsel, wie dieses Schwert in die Zeit dieses jungen Mannes kam. Doch dass gerade dieses Schwert seinen Weg zu jenem Mann hier fand, ist mit Sicherheit kein Zufall. Es steckt viel Weisheit in diesem jungen Burschen, wenn ich so sagen darf. Ich bezeichne ihn nicht nur als einen Freund, weil er Pfeife raucht, das könnt ihr mir glauben“, schloss Grummlor seine Rede.
Viele betrachteten das Schwert verwundert und auch die Geschichte von Grummlor sorgte für Unruhe unter den Anwesenden.
Rongriss war die Nächste in der Reihenfolge. Sie war nicht nur unter allen Zwergesstämmen als weise Seherin bekannt. Mit beinahe gleitenden Schritten betrat sie den Kreis und begann mit nachdenklicher Stimme zu sprechen. „Auch ich habe diesen jungen Mann hier kennen gelernt. Außer seiner starken Abneigung gegen meinen Haferbrei habe ich noch andere Dinge an ihm festgestellt.“
Durch die Runde ging ein heftiges Gelächter und Rongriss sprach weiter.
„Ich habe die Steine befragt und sie sagten mir eindeutig, dass dieser junge Mann hier die Zwerge in eine selige Zukunft führen wird. Die Steine haben mich noch nie belogen. Dieser junge Mann verfügt über einen wachen Geist und über vielerlei Talente, so wie ich bereits selbst festgestellt und auch von anderen erfahren habe. Nur er konnte unseren Rat dazu bewegen, einem Bündnis zuzustimmen. Und dies war bei diesen alten sturen Böcken mit Sicherheit ein wahrhaftiges Kunststück! Mehr habe ich vorerst nicht zu berichten“, beendete Rongriss ihre Worte, die ebenso für Erstaunen, wie für Belustigung unter den Anwesenden sorgten.
Paraymoon war nun an der Reihe.
Er war nicht nur in Grimmlaun bei den Elben anerkannt, nein, auch die anderen Elbenvölker aus Salurwall kannten und respektierten ihn. Auch die Zwerge von Cromlaun und dem Gebirge Ferrlaun hatten große Achtung vor ihm. Er war stets gerecht, bei all seinen Entscheidungen und seine Weisheit war überall bekannt.
Paraymoon ging sehr langsam in die Mitte des Kreises.
Sein Blick wanderte um die große Runde, und er sah entspannt in die erwartungsvollen Gesichter. Beinahe leise begann er zu sprechen. „Es ist ein Wunder, ein wahrhaftiges Wunder, dass wir uns alle hier nach so langer Zeit wieder begegnen.“
Viele der Anwesenden nickten zustimmend und Paraymoon sprach weiter.
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