Teil II - Kap. 25
Er selbst ritt mit einer großen Truppe nach Burlog, um die Oger vor der bevorstehenden Gefahr zu warnen. Auch Martoc war dabei, da er den Anführer der Oger selbst kannte und auch der Sprache dieser gewaltigen Kreaturen mächtig war. Eiborian ritt mit einem anderen Trupp nach Zirrnisch, um mit den Cwards zu sprechen. Viele Cwards kannten die Sprache der Menschen und der Elben sehr gut. Dumm waren sie wohl nicht, diese Cwards, doch waren sie hinterhältig und äußerst feige.
Aldrians Ziel war es, durch diese Warnung die Oger und Cwards als Kampfverbündete zu gewinnen. Falls dies nicht gelingen sollte, wären diese Völker zumindest vorbereitet und könnten somit die Reihen der Fremden schmälern, bevor sie Farlaun erreichten.
Als Aldrian in Burlog ankam, war ihm nicht sehr wohl zumute. Selbst die Kinder dieser zu groß geratenen Wesen wirkten noch äußerst bedrohlich. Martoc war jedoch bekannt in diesem Land und konnte einen Konflikt somit verhindern. Die Oger lebten in großen Höhlen und mächtigen Zelten. Ihre Kinder spielten belustigt mit gewaltigen Steinen, die selbst ein kräftiger Zwerg wohl nur unter größter Anstrengung ein wenig bewegen konnte. Martoc gab das Zeichen zum Absitzen und ging voraus. Bösartige Blicke und ein unfreundliches Grollen verfolgten die Truppe. Martoc ging auf eine besonders große Höhle zu. Davor standen zwei Oger mit riesenhaften Keulen in der Hand. Martoc sah die beiden Riesen mit scharfen Blicken an und sprach seltsame Worte. Es hörte sich an wie: „Murrba, Murrba agala ad!“
Einer der Riesen ging in die Höhle und von drinnen war lautes Geplapper zu hören. Der Riese kam zurück und gab das Zeichen zum Eintritt. Martoc ging selbstbewusst voraus und der Rest der Gruppe folgte ihm vorsichtig. Die Höhle war mit Waffen, Rüstungen und Schädeln geschmückt. Nach etwa dreißig Schritt waren im hinteren Teil der Höhle weitere Wachen zu sehen.
An den Wänden hingen so riesige Fackeln, dass man darüber ein Wildschwein hätte braten können. Auf einem steinernen Thron saß ein alter Oger, der in schöne Pelze gehüllt und mit einem mächtigen Schwert bewaffnet war.
Martoc sprach zu dem Rest seiner Truppe: „Verbeugt euch vor ihm, er ist der König und zugleich der Älteste von diesem Volk.“
Ehrerbietig verbeugten sich alle, und der alte Riese sprach: „Guarb, Martoc, guarb!“
Martoc hob sein Haupt und sprach mit dem Alten. Er erzählte ihm von der drohenden Gefahr und der Alte begann heftig zu grollen. Martoc deutete auf Aldrian und sprach wieder einige unverständliche Worte. Der Riese erhob sich und ging plötzlich mit stampfenden Schritten auf Aldrian zu. Er blickte ihm tief in die Augen und reichte ihm seine mächtige Hand. Aldrian reagierte freundlich und gab dem massigen Riesen mit festem Griff die Hand, obwohl er nur einen seiner Finger greifen konnte. 
Plötzlich begann der Alte laut zu lachen und klopfte Aldrian vorsichtig auf die Schulter. Martoc sprach zu Aldrian: „Ich erzählte ihm von der fremden Gefahr und von deinem Vorschlag, dass wir diese Schlacht gemeinsam schlagen sollten. Ich erklärte ihm, XXXXXXXXXX bist. Er prüfte durch deinen Blick und deinen Händedruck die Stärke deines Charakters. Offensichtlich ist er beeindruckt von dir.“
„Was sagte er zu unserem Vorschlag?“, wollte Aldrian wissen.
„Er möchte sich zuerst mit einigen anderen Ogern aus seinem Volk beraten. Er hat bereits das Zeichen gegeben, dass sie hierher kommen sollen“, gab Martoc zu verstehen.
Es dauerte nicht lange, da kamen vier weitere Riesen, und es gab eine lautstarke Unterhaltung zwischen ihnen. Martoc hörte genau zu und übersetzte Aldrian das Wichtigste der grollenden Worte.
„Sie sind skeptisch und wissen nicht, ob sie uns vertrauen sollen. Es wäre das erste Mal, dass sie von einem fremden Volk Hilfe annehmen. Zudem glauben sie, dass sie sich gegen jede Gefahr selbst verteidigen können.“
Aldrian wurde plötzlich sehr laut und sprach:
„Hast du ihm gesagt, wie viele es sind? Ist ihnen klar, dass die Feinde mit Drachen kommen? Es sind zudem viele berittene Krieger, die schwer bewaffnet sind! Sie werden sich von den Holzkeulen nicht zurückschrecken lassen! Sie werden sie mit ihren Drachen grillen und die Schädel ihrer Kinder als Halsschmuck für ihre Drachen verwenden!“
Der alte König wurde hellhörig und wollte von Martoc wissen, was Aldrian zu sagen hatte. Martoc übersetzte Aldrians Worte und die Riesen wurden zusehends nachdenklicher. Der alte König sprach plötzlich mit ungewöhnlich ruhiger Stimme.
Martoc übersetzte seine Worte: „Er will wissen, was du für einen Vorschlag hast. Er fürchtet sich vor Drachen und möchte wissen, was du zu tun gedenkst.“
Aldrian blickte die Riesen ruhig an und sprach: „Ihr müsst mit uns nach Grimmlaun kommen! Nehmt alles mit, was euch wichtig ist. Euere Kinder und Frauen werden bei Gefahr in Cromlaun Schutz finden. Eure Krieger können uns im Kampf behilflich sein. Wer mitkommen will, der kann dies sofort tun oder sich jederzeit in Grimmlaun melden.“
Martoc übersetzte Aldrians Worte und der alte König sprach mit den anderen Ogern. Mit prüfenden Blicken sahen sie Aldrian an und redeten dann mit ihren grollenden Stimmen heftig durcheinander. Plötzlich wurde es still, und der alte König ergriff das Wort. Martoc hörte zu und übersetzte. „Sie werden sofort ihre Sachen packen und mit uns ziehen. Sie halten deinen Vorschlag für sehr vernünftig und glauben dir. Ich kann es selbst nicht fassen!“
Aldrian war froh über den Beschluss der Oger. Er wollte nicht, dass dieses alte Volk grundlos niedergemetzelt wurde. Zudem waren die Oger mächtige Krieger und konnten unter richtiger Anleitung sicher großen Schaden beim nahenden Feind anrichten.
Die Oger trieben ihre Gublon- und Ziegenherden zusammen und warfen ihr Hab und Gut auf primitive Karren. Einige Oger bliesen in große Signalhörner. Es war das Zeichen, dass sich alle hier treffen sollten. Nach und nach trafen immer mehr Oger ein und am Abend waren offenbar alle vollzählig. Aldrian und seine Begleiter wurden währenddessen mit Wasser und Nahrung versorgt. Es fühlte sich nicht besonders gemütlich an, mitten unter so vielen Riesen zu sitzen.
Der alte König informierte Martoc, dass alle Oger zum Aufbruch bereit wären.
Aldrians Gruppe ritt langsam voraus und die Riesen folgten mit ihren Herden und Karren. Obwohl die Dunkelheit nicht mehr fern war, bewegten sich alle in Richtung Farlaun. Aldrian wollte keine Zeit verlieren. Er war auch gespannt, wie sich die Cwards entschieden hatten.
Zur späten Mittagszeit des nächsten Tages erreichte die große Gruppe endlich Grimmlaun. Die Elben im Tal staunten, als sie eine solche Anzahl von Ogern sahen. Paraymoon wusste jedoch von Aldrians Plan und traf die nötigen Vorbereitungen. Am Waldrand wurden große Zelte aus hölzernen Stangen und Fellen aufgebaut, die als Unterkünfte für die Oger dienten. Martoc blieb als Übersetzer in der Nähe. Auch für die Oger war es eine große Umstellung, nun hier im Elbental zu leben.
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